Unser Moment am Tisch
Es gibt Restaurants, bei denen man nach dem ersten Besuch schon weiß, dass es nicht der letzte gewesen sein wird.
So ging es uns bei Fegers Grüner Baum. Zuerst waren wir zu zweit dort, beim zweiten Besuch haben wir den Start in die Sommerferien zusammen mit Mia beim Mittagessen gefeiert.
Wir waren beide Male im Sommer dort und saßen immer im Biergarten, daher können wir zum Ambiente drinnen noch nichts sagen. Bei jedem unserer Besuche war es voll – obwohl wir unter der Woche dort waren. Ihr solltet also reservieren. Zum Restaurant gehört außerdem ein kleines hauseigenes Hotel und auch die Gäste, die dort übernachten, scheinen die gute Küche zu schätzen.
Trotzdem hatten wir nie das Gefühl, abgefertigt zu werden. Der Service war bei beiden Besuchen freundlich, aufmerksam und angenehm entspannt – selbst dann, wenn das Restaurant gut gefüllt war.
Tellerweise – das Erlebnis auf dem Teller
Einmal bestellen, bitte!
Der Grüne Baum bietet eine klassische Speisekarte mit saisonalen Gerichten und kompletten Menüs. Zum einen sind das Speisen, die jeder kennt, zum anderen passen die Menüs zur Jahreszeit.
Schön ist unter anderem das Tagesangebot. Unter der Woche gibt es täglich wechselnde Gerichte inklusive Salat – auch zum Mitnehmen.
Während viele Restaurants mittags eher ein kleineres Angebot haben, setzt Fegers Grüner Baum bewusst auf einen hochwertigen Mittagstisch.
Damit spricht das Restaurant nicht nur Hotelgäste oder Abendbesucher an, sondern zusätzlich diejenigen, die sich unter der Woche bewusst etwas Gutes gönnen möchten.
Dazu gehören Handwerker, Menschen im Homeoffice oder all diejenigen, die gerne auswärts essen, es sich wegen steigender Kosten aber zweimal überlegen müssen.
Mit dem wechselnden Tagesangebot holt das Restaurant all diese Gäste ab.
Was gab’s bei uns?
Wir haben einmal ein saisonales Menü genossen, beim zweiten Besuch haben wir uns für den Mittagstisch und Mia für ein À-la-carte-Gericht entschieden.
Einmal gab es ein Rinderhüftsteak mit Pommes und Chimichurri-Kräutersoße, dazu einen gemischten Salat.

Das zweite Tagesgericht waren Meeresfrüchte auf Fregola Sarda mit Zucchini, Pilzen und Petersilienwurzel.
Für Mia gab es den Zwiebelrostbraten als halbe Portion. Auch super, dass hier eine halbe Portion ganz selbstverständlich auf der Karte steht. Dazu wurden hausgemachte Spätzle und jede Menge Röstzwiebeln serviert.
Getrunken haben wir zwei hausgemachte Limonaden: Minze-Maracuja und Zitrone-Basilikum.

Zum Abschluss haben wir uns noch eine Dessertvariation mit sechs kleinen Desserts geteilt.
Wie hat’s geschmeckt?
Schon beim Salat fiel auf, dass hier nicht einfach nur eine Beilage auf dem Teller liegt. Alles war frisch und schön angerichtet – ein guter Start.
Das absolute Highlight war für uns aber das Gericht mit den Meeresfrüchten.
Fregola Sarda findet man auf Speisekarten nicht besonders oft. Zusammen mit den Zucchini, Pilzen und der Petersilienwurzel war das ein Gericht, bei dem einfach alles zusammengepasst hat. Raffiniert, toll abgeschmeckt und einfach stimmig. Ehrlich gesagt haben wir nicht erwartet, ein solches Gericht als Tagesangebot zu bekommen.

In Kombination mit der Optik auf dem Teller hatte das für uns durchaus Sterne-Niveau.
Das Rinderhüftsteak war deutlich bodenständiger, aber ebenfalls richtig gut. Schönes Röstaroma, perfekt gegart und dazu eine frische Chimichurri-Kräutersoße, die hervorragend zum Fleisch gepasst hat.
Optisch war das Gericht etwas schlichter angerichtet als die Meeresfrüchte, geschmacklich gab es aber nichts zu meckern.

Beim Zwiebelrostbraten war die Portion trotz der „halben Portion“ mehr als ausreichend – Mia war satt und wir durften noch helfen.
Besonders gut gefallen haben uns die hausgemachten Spätzle und die vielen Röstzwiebeln. Das Fleisch hatte den Geschmack der Bratensoße wunderbar aufgenommen und einen völlig anderen Geschmack als das gegrillte Steak.

Hier wird also nicht alles einfach irgendwie gemacht – die Küche von Fegers Grüner Baum versteht ihr Handwerk. Das wurde bei der Dessertvariation noch einmal deutlich.
Sechs kleine Desserts – unter anderem Crème brûlée, Parfait, Nougatcreme, Vanillecreme mit Aprikosen und ein kleines Küchlein.
Auch wenn nicht jedes Dessert für uns ein persönliches Highlight war, liegt die Messlatte hier doch deutlich höher, als man es in einem Gasthaus vielleicht erwartet.

Besonders das Küchlein mit den wirklich fantastischen Aprikosen und die Vanillecreme sind uns in Erinnerung geblieben – entschuldigt, wenn ich nicht mehr alles so zusammenbekomme, wie es uns der Service erklärt hat.
Bei der Crème brûlée ist es für uns dagegen wie beim Croissant: Am besten schmeckt sie einfach in Frankreich.
Insgesamt war das aber ein richtig schöner Abschluss.
Die hausgemachten Limonaden waren an diesem warmen Tag genau das Richtige. Erfrischend, nicht zu süß und mit 4,50 Euro aus unserer Sicht ausnahmsweise fair bepreist.
Und sonst so auf der Speisekarte?
Neben den Klassikern wechseln regelmäßig saisonale Gerichte und Menüs. Ihr findet hier Schnitzel Wiener Art, den besagten Zwiebelrostbraten, Maispoulardenbrust oder Suppen und Salate. Für Vegetarier und Veganer gibt es mit Tofu, Pilzen und einem Wok-Gericht ebenfalls eine beständige Auswahl.
Die Karte bleibt trotz allem überschaubar und gerade das wechselnde Menü ist perfekt geeignet, um etwas anderes oder Neues auszuprobieren.
Genau das gefällt uns. Man kann problemlos öfter kommen, ohne immer wieder dieselben Gerichte zu essen.
Wer werktags kommt, sollte außerdem einen Blick auf das Tagesgericht werfen. Das Preis-Leistungs-Verhältnis hat uns hier wirklich überrascht.
Preise und Service?
Für drei Hauptgerichte, zwei hausgemachte Limonaden (und noch zwei weitere Getränke), eine Dessertvariation und Trinkgeld haben wir rund 95 Euro bezahlt.
Gerade wenn man bedenkt, welche Qualität auf den Tellern lag, fanden wir das mehr als fair.
Die Möglichkeit, halbe Portionen zu bestellen, und die Idee mit dem Tagesangebot findet man so nicht allzu oft – schon gar nicht in Kombination mit hochwertigen Zutaten und Gerichten, die auch geschmacklich überzeugen.
- Tagesangebot in zwei Varianten und mit Salat: 17 Euro
- 3- beziehungsweise 4-Gänge-Menüs: 59 beziehungsweise 69 Euro
- Kalbskotelett vom Grill: 39 Euro, als halbe Portion 29 Euro
- Pfifferling-Risotto: 29 Euro, als halbe Portion 19 Euro
- Desserts: zwischen 6 und 15 Euro
Darüber hinaus bietet das Restaurant an, Speisen auf geliehenen Tellern oder in selbst mitgebrachten Behältern abzuholen – für zu Hause oder einen Ausflug mit einem etwas hochwertigeren Picknick. Warum nicht?
Der Service war bei beiden Besuchen stets freundlich und aufmerksam. Obwohl jedes Mal viel los war, war die Atmosphäre angenehm und entspannt.
Fazit
Dass in Fegers Grüner Baum immer gut etwas los ist, hat seine Berechtigung.
Das Gericht mit den Meeresfrüchten hatte für uns Sterne-Niveau. Gleichzeitig zeigt das Steak, dass hier auch die Klassiker richtig gut funktionieren.
Dazu kommen freundlicher Service und faire Preise. Mit dem Tagesangebot und den halben Portionen wird hier etwas richtig gut gemacht, was man sich als Gast öfter wünschen würde.
Da die Speisekarte Lust auf einen weiteren Besuch macht, werden wir definitiv wiederkommen. Wir sind gespannt, ob sich das Potenzial, das hier schlummert, irgendwann vielleicht sogar in einem Stern auszahlt.
Wer jetzt hingegen auf den Geschmack gekommen ist und gerne Sterneküche in unmittelbarer Umgebung und familiärer Atmosphäre ausprobieren möchte, sollte sich den Adler in Lahr ansehen. Wir haben es bisher nur ins Gasthaus dort geschafft, aber Küche und Zutaten sind genauso hochwertig und haben uns schon sehr begeistert. Unseren Bericht über das Gasthaus Adler in Lahr findet ihr hier.
Gut zu wissen für deinen Besuch
- Website: https://www.xn--fegersgrnerbaum-lahr-wec.de/
- Adresse: Burgheimer Str. 105, 77933 Lahr/Schwarzwald
- Öffnungszeiten: Mo. – Sa. 11:30 bis 14 Uhr und 18 bis 22 Uhr, So. Ruhetag
- Reservierung: empfehlenswert
- Vegetarisch/Vegan: Vegetarische und vegane Gerichte
- Parken: Parkplätze vor dem Restaurant oder in angrenzenden Seitenstraßen
- Toiletten: Gepflegte Toiletten
- Kartenzahlung: möglich
- Ideal für: Paare, Geschäftsessen, Gruppen und Familien
- Kinderfreundlich: Gut von Familien besucht
- Hundefreundlich: Im Sommer im Biergarten erlaubt, Winter & Drinnen konnten wir noch nicht fragen
Vom Tisch auf die Karte: Die Umgebung entdecken
Der Grüne Baum liegt nur wenige Minuten von der Lahrer Innenstadt entfernt.
Im Anschluss kann man eine kleine Runde durch die gemütliche Fußgängerzone drehen oder, wer noch Platz hat, ein Eis essen – zum Beispiel im Crema Caffe & Gelato. Dort gehen wir uns gerne ein Eis holen.
Besonders schön ist der Bereich rund um den Storchenturm und den Marktplatz.
Unsere Empfehlung für danach
Wie wär’s mit einem Ausflug nach Frankreich? Der Rhein, über den man die Grenze überquert, liegt nur rund 20 Kilometer entfernt.
Dort kann man im Sommer schön spazieren gehen. Ganz zu schweigen davon, dass ihr in jeder kleinen Bäckerei oder jedem größeren Supermarkt fantastische Croissants und Baguettes für zu Hause bekommt. Mit der Betonung: sowohl als auch. Außerhalb Frankreichs konnte uns bisher nur Kopenhagen mit wirklich schmackhaften Croissants überzeugen.
So befindet sich eine unserer Alltags-Bäckereien zum Beispiel in Plobsheim.