Zwischen Milchzähnen und Hormonen
Ich weiß nicht, was uns zuerst aufgefallen ist: dass Mavi vermehrt auf ihren Stöcken und Gummidingern rumgekaut hat oder dass der Krümel auf dem Boden keiner war, sondern ein Zahn.
Auf jeden Fall war Mavi sechs Monate alt und dann lag da plötzlich so ein Zahn rum.

So verlief Mavis Zahnwechsel
Neben dem einen haben wir noch zwei weitere gefunden und das gemacht, was die Kinder mit ihren ausgefallenen Zähnen auch ganz stolz machen: in eine Dose und aufbewahren.
In beiden Fällen überflüssig, weil man mit den Zähnen ja nie wieder etwas macht und sie irgendwann auch nicht mehr mit einer solchen Begeisterung anschaut wie beim ersten Mal.
Leider war auch nie ein Backenzahn dabei – so einen hätten wir gerne gesehen. Und da die groß sind, haben wir uns natürlich auch die Frage gestellt: Wo sind die denn abgeblieben?
Man weiß ja, dass die meisten Hunde ihre Zähne einfach verschlucken und wieder ausscheiden. Aber auch da haben wir nie etwas weiß schimmern sehen. Naja, dann halt nicht 😉
Was wir aber des Öfteren bei Mavi entdeckt haben, ist, dass es an den besagten Stellen im Mund auch geblutet hat.
Da bei ihr die Zerrspiele mit dem Tauspielzeug sehr beliebt waren, hatte man so manches Mal schon während des Spielens etwas Angst davor ihr vielleicht weh zu tun, sobald es zu wild wurde. Vor allem wenn man im Anschluss ihr blutiges Zahnfleisch sah.
Aber Mavi liebt diese Seildinger, mit uns oder alleine. Und während des Zahnwechsels hatte sie einfach ständig etwas im Mund, auf dem sie genüsslich rumkaute.
Nicht nur ein Tau und nicht nur ein Gummitier mussten in der Zeit während des Zahnwechsels daran glauben. Und auf meine Frage in der Zoohandlung, welches der Dinger denn nicht kaputtgebissen werden kann, gab’s als Antwort nur: „Also, wenn der Hund das kaputt bekommt, bekommt er alle kaputt. Es gibt kein unzerstörbares Spielzeug.“
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Aber nach einigen Wochen wurde das besser, das Kauen weniger und wir haben erstaunt festgestellt, was für riesige Zähne in dieser doch noch recht kleinen Schnauze plötzlich waren.
Vom Welpen zum Junghund
Neben wenigen Ausreißern war Mavi aber zuerst einmal nach wie vor Mavi. Veränderungen vom Welpen zum Junghund, die sich ja nun mit dem Zahnwechsel einstellen sollten, kamen sehr unterschwellig daher.
Zum Beispiel hat sie sich ihre bzw. unsere gelbe Sofadecke (nur mit der darf Mavi auf die Couch) unter den Nagel gerissen, um auf ihr schlafen zu können, obwohl das Kommando ‚Pause‘ eigentlich nicht explizit für diese gilt.
Aber gelbe Decke –> Sofa –> darauf schlafen, erfüllen das Kommando ja eigentlich wiederum doch. Also quasi.

Oder wenn wir uns mit etwas Essbarem irgendwohin gesetzt haben, hätte sie am liebsten jedes Mal ihre Nase reingesteckt. Auch, wenn das etwas war, was ihr überhaupt nicht schmecken würde – und auch obwohl sie das wusste ihre Nase reinstecken wollte.

Alles in allem war da aber nichts weiter auffällig.
Dass Mavi gerade erst am Anfang der Pubertät stand und uns da noch so einiges bevorstand, sollte sich in den nächsten Wochen und Monaten dann natürlich noch so richtig zeigen.
Mavis erste Läufigkeit
Zuerst hatte sie aber ihre erste Läufigkeit.
Aufgefallen ist uns das zu Beginn nur, als sie bei Mia im Bett geschlafen hat und wir uns am nächsten Morgen über die braunen Flecken gewundert haben, nachdem Mavi aufgestanden war.
Sehr viel mehr haben wir danach aber auch nicht mehr gesehen, denn Mavi hat sich immer sofort sauber gemacht.
Wie deutlich anders Mavis zweite Läufigkeit verlief, erzählen wir in Mavi Tagebuch Vol. 6.
Im Gegensatz zum Zahnwechsel und den eher subtilen Veränderungen, hat sich mit ihrer Läufigkeit ihr Verhalten dann tatsächlich spürbar verändert.
Mavi, die schon als Welpe sehr verschmust war, legte nun nochmal eine Schippe drauf. Sie hat die Kuscheleinheiten abends regelrecht eingefordert: Sobald jemand auf der Couch war, wollte sie dazu und kuscheln. Und das über Stunden, ohne Toilettenpause.
Und anhänglich war sie. In jeden Raum ist sie uns gefolgt und wann immer es Gelegenheit gab, durfte man sie ausgiebig streicheln. Nicht, dass dies jetzt furchtbar ungewöhnlich ist – Besitzer von Australian Shepherds sollten das nur allzu gut kennen. Aber genau deshalb haben wir die letzten Monate auch viel daran gearbeitet (so, wie es uns die Hundetrainerin aufgetragen hatte):
Dass sie uns eben nicht in der ganzen Wohnung hinterherzulaufen hat und wir entscheiden, wann wir streicheln. Tja, dass sie das eigentlich gelernt hatte, war plötzlich nicht mehr von so großer Bedeutung für Mavi.
Außerdem hat sie viel geschlafen. Normalerweise sind Aussies ja schnell und einfach zu begeistern, hochmotiviert bei allem, was ansteht.
In diesen drei Wochen war das anders. Abgesehen von der Gassi-Runde war nicht viel mit ihr anzufangen. Suchspiele, raufen, Kommandos üben – Mavi hat einfach alles verschlafen.
Da macht man sich erst einmal kurz Gedanken, aber die Hundetrainerin hat uns versichert, das sei alles normal und so war es am Ende dann auch.
So plötzlich wie diese Veränderungen da waren, waren sie auch wieder weg.
Allerdings: Aus dem tapsigen Welpen ist wohl ein Junghund geworden.
Was danach in der Pubertät auf uns zukam, erzählen wir in Mavi-Tagebuch Vol. 5.