Mavis zweite Läufigkeit – diesmal deutlich
Nachdem Mavi mit sechs oder sieben Monaten zusammen mit dem Zahnwechsel zum ersten Mal läufig gewesen war, hat es uns ziemlich überrascht, dass es mit elf Monaten schon wieder so weit war.
Und nicht nur überrascht. Ein bisschen Sorgen haben wir uns natürlich auch gemacht.
Aufgefallen ist es uns an einem Montagmorgen, als ich nach dem Aufstehen in einen kleinen Blutfleck getreten bin. Da bei uns niemand verletzt war, haben wir dem zunächst keine größere Bedeutung beigemessen.
Am nächsten Tag fiel uns auf, wie häufig Mavi sich abschleckte. Dann sahen wir dort, wo sie bis eben gesessen hatte, zum ersten Mal deutlich Blut. Diesmal war es nicht dunkel und unauffällig, sondern rot und frisch (sorry für die Details).
Wir haben zuerst unsere Hundetrainerin angerufen, weil sie Mavi gut kannte und bereits viel Erfahrung mit Hündinnen hatte.
Sie konnte uns zum Glück etwas beruhigen und berichtete, dass auch eine zweite Läufigkeit früher einsetzen könne als erwartet. Wir sollten Mavi trotzdem genau beobachten – ihr Verhalten während der Läufigkeit und besonders mögliche Veränderungen in den Wochen danach.
In den Wochen nach der Läufigkeit sollte man Veränderungen besonders aufmerksam beobachten. Milchbildung oder auffälliges Brutpflegeverhalten können zu einer Scheinträchtigkeit gehören. Fieber, Teilnahmslosigkeit, Appetitlosigkeit, vermehrter Durst oder auffälliger, übel riechender Ausfluss können dagegen Warnzeichen für eine Gebärmutterentzündung sein. Da diese auch ohne sichtbaren Ausfluss auftreten kann, sollten solche Veränderungen sofort tierärztlich abgeklärt werden.
Ob eine Kastration sinnvoll wäre, würden wir in einem solchen Fall immer gemeinsam mit einer Tierärztin oder einem Tierarzt entscheiden.
Eine solche Entscheidung wollten wir ohnehin nicht vorschnell treffen, weil wir grundsätzlich schon einmal über Nachwuchs mit Mavi nachgedacht hatten. Vor einer Belegung müssten für uns aber zuerst ihre allgemeine Gesundheit, ihre Geschlechtsgesundheit und alle weiteren Voraussetzungen für eine verantwortungsvolle Zucht tierärztlich geprüft werden.
→ Wie unauffällig Mavis erste Läufigkeit verlief, haben wir im vierten Tagebuchbeitrag erzählt.
Rückzug statt Kuscheln
Neben der deutlich sichtbaren Blutung zeigte Mavi noch einige andere Auffälligkeiten, die wir von ihrer ersten Läufigkeit nicht kannten.
Sie schlief zwar wieder viel, suchte diesmal aber nicht unsere Nähe, sondern zog sich lieber in ihre Box zurück. Und wenn sie dort nicht schlief, war sie ständig mit Saubermachen beschäftigt. Also wirklich ständig.
Das hat uns immerhin das Hundehöschen (Affiliate-Link) in der ersten Woche erspart. In der zweiten Woche war sie bei den Großeltern, weshalb wir vorsichtshalber eines besorgt haben. Mit dem An- und Ausziehen gab es überhaupt keinen Stress. Zur Not schleckte Mavi eben drumherum und akzeptierte das Ding einfach.

Auch körperlich war diese Läufigkeit deutlich stärker zu erkennen als die erste. Ihre Zitzen wurden größer – an ihnen leckte sie zum Glück kaum – und auch ihre Vulva war sichtbar angeschwollen. Die Veränderung war so deutlich, dass man sie zeitweise sogar an ihrem Gang bemerkte.
Kaum Appetit und wenig Durst
Die größte Veränderung zeigte sich allerdings bei ihrem Fress- und Trinkverhalten.
Normalerweise muss Mavi Sitz machen, während wir ihr Futter zubereiten, und anschließend auf ihr Auflösewort warten. Schenkt sie uns einen längeren Blickkontakt, darf sie loslegen – was sie üblicherweise auch mit Begeisterung macht.
Während der Läufigkeit wich das Ganze einer Art Unterwürfigkeitsschauspiel. Selbst wenn wir darauf eingingen, schlich Mavi mit gesenktem Kopf und eingezogenem Schwanz wieder davon, statt sich auf ihr Futter zu stürzen.
Wir versuchten, sie mit Lieblingsleckerchen oder etwas Reis abzuholen, aber meistens verschmähte sie alles. Selbst wenn ihre Schüssel stehen blieb, nahm sie über den Tag verteilt nur wenige Bissen.
Noch mehr Sorgen machte uns, dass sie gleichzeitig kaum trank. Ausgerechnet in dieser Zeit standen einige der heißesten Tage des Jahres an, und mit ihren wenigen Schlucken Wasser nahm Mavi eindeutig zu wenig Flüssigkeit auf.
Wir boten ihr deshalb zusätzlich Eiswürfel, Melone und Gurke an. Das nahm sie glücklicherweise an.
Wichtig: Das ist nur unsere persönliche Erfahrung. Wenn ein Hund über längere Zeit kaum frisst oder trinkt – besonders bei großer Hitze – sollte das tierärztlich abgeklärt werden.

Nach drei Wochen war es vorbei
Diese besonders intensive Phase dauerte fast zwei Wochen – insgesamt zwölf Tage.
Die Spaziergänge waren in dieser Zeit kürzer und Mavi auch nicht sonderlich motiviert, noch ein zweites Mal rauszugehen. Wir ließen ihr den Freiraum und die Ruhe, die ihr offenbar guttaten.
Als die Blutung weniger wurde, kamen plötzlich auch Appetit und Durst zurück. Von heute auf morgen war alles wieder wie vorher.
Einige Tage lang begegneten uns etwas aufmerksamere Rüden – und eine ebenso aufmerksame Mavi. Außerdem setzte sie alle paar Meter fleißig ihre Duftmarke.
Aber damit hatte es sich dann auch. Drei Wochen dauerte diese zweite, deutlichere Läufigkeit bei Mavi.
In dieser Form neu für sie, neu für uns und bisher ohne weitere Folgeerscheinungen – toi, toi, toi.
Jetzt machten wir einfach dort weiter, wo wir zuletzt aufgehört hatten: bei der Pubertät. 😉
→ Alle Mavi-Tagebücher und unsere Themen rund um Hund im Schwarzwald findest du in der Übersicht.