Und dann kam Mavi
Wer sich einen Hund wünscht, hat meist ein ziemlich klares Bild im Kopf: wie er aussehen soll, wie er sein könnte – und wie eher nicht. Neben dem besten Freund für alle sollte unser Hund aufmerksam, sportlich und klug sein. Kurz gesagt: kein reiner Couchbesetzer. Eigentlich quasi die Standardwünsche.
Wir haben uns schon lange einen Hund gewünscht, auch weil Mia Einzelkind ist und ich selbst nur gute Erinnerungen mit den Hunden (meiner Eltern) verbinde. Dass dieser Wunsch lange ein Wunsch blieb, hatte einen ganz pragmatischen Grund. In Essen war es vermieterbedingt nie möglich, einen Hund zu halten. Für die neue Wohnung war deshalb schnell klar: Neben der schöneren Umgebung war entscheidend, dass Hunde erlaubt sind.
An einem Samstagabend habe ich eher beiläufig Kleinanzeigen geöffnet. Die Anzeige mit Mavi war zu diesem Zeitpunkt keine Minute alt. Drei junge Mädels suchten ein neues Zuhause. Die Eltern waren eine Aussie-Dame und Papa ein Labrador. Eine coole Mischung und tatsächlich auch die, nach der wir verstärkt Ausschau gehalten hatten.
Zwei der Mädels waren schwarz, Mavi dreifarbig mit blauen Augen.
Tja, was soll ich sagen – sofort verliebt!
Die Halterin hat auch sofort, sehr freundlich zurückgeschrieben und wir haben das Ganze dann als wohlwollenden Zufall gedeutet: Wenn nicht dieser Hund, welcher dann?

Ein kleiner Haken blieb: Mavi lebte genau dort, wo wir gerade erst weggezogen waren. Zufälle können manchmal schon eine merkwürdige Sache sein, oder?
→ Weitere Einblicke in das Leben mit Hund im Schwarzwald findest du hier.
Also haben wir uns in der darauffolgenden Woche einen Freitag freigenommen (Mia hatte ja noch Ferien) und sind wieder zurück nach NRW gefahren, um Mavi kennenzulernen.
Als wir dann dort standen und auf die Welpen gewartet haben, waren wir ganz schön aufgeregt. Nach zwei kurzen Pfiffen der Halterin kamen alle drei Welpen angerannt. Mavi steuerte sofort auf Mia zu. Besser hätte das erste Kennenlernen kaum laufen können. Als hätten sich zwei gesucht und gefunden. Dass die beiden Mädels sich so ähnlich sind, dass es fast schon unheimlich ist – diese Parallelen sollten wir einige Monate später noch feststellen.
Wir durften sie auf den Arm nehmen, haben ihre Mutter und ihre Schwester kennengelernt und konnten all unsere Fragen loswerden.

Mavis Abholung und die lange Autofahrt
Einige Wochen später, geimpft und mit dem Go vom Tierarzt, haben wir Mavi mit neun Wochen abgeholt.
Wir hatten etwas Angst vor der langen Autofahrt (500 Kilometer), aber Mavi vermutlich noch mehr. Sie war schüchtern (nicht so wie beim Kennenlernen), aufgeregt, wollte unterwegs nicht wirklich etwas trinken oder fressen und auch keine Pause im klassischen Sinn einlegen. Stattdessen hat sie den Großteil der Fahrt in ihrer Box verschlafen. Mia übrigens auch – also neben Mavi. Somit hat sich unsere anfängliche Sorge vor langen Fahrten erst einmal erledigt.
Und Spoiler: Auch Monate später fährt Mavi problemlos entspannt Auto. Nicht wie die Hunde meiner Eltern, die, wenn man sie dann endlich mal ins Auto bekommen hatte, immer seekrank geworden sind.

Die erste Nacht mit unserem Welpen
Wir hatten die Abholung bewusst auf einen Samstag gelegt, um den Sonntag komplett frei zu haben. Nicht nur aus Freude und um gemeinsam ganz in Ruhe anzukommen, sondern auch, um eventuelle Überraschungen zu vermeiden. Denn nach der ersten Nacht waren wir vor allem eines: müde.
Dabei hatten wir es eigentlich vergleichsweise gut erwischt. Letztes Pipi gegen 22 oder 23 Uhr, wenn wir ohnehin selbst ins Bett gehen. Gefolgt von einmal nachts zwischen 2 und 3 Uhr, wenn jemand von uns auch muss und dann erst wieder morgens.
Trotzdem hatten wir uns den Wecker alle drei Stunden gestellt, um eventuelle Bemerkungen seitens Mavi nicht zu überhören. Da kamen dann leichte Flashbacks an die ersten Jahre mit Mia auf, denn geschlafen haben wir da ja auch eher wenig.
Rückblickend fragt man sich ja schon, wie man so manche Phasen mit seinem Baby (und jetzt Welpen) eigentlich überstanden hat.
Die Nacht war also ruhig. Mavi hat ihren Platz direkt neben unserem Bett und Herrchen hat ihr seine Hand zum Drankuscheln gereicht (er kennt das ja schon von seinem Arm, den er bisher jahrelang Mia überlassen hat).
So war das erste Schlafen fernab der gewohnten Umgebung für Mavi hoffentlich ein wenig leichter. Und ja, die Hand zum Kuscheln gab es für Mavi übrigens noch viele Nächte danach.
Unser erster gemeinsamer Tag zu Hause
Dieser erste gemeinsame Tag zuhause war – nicht wie aus dem Bilderbuch – aber sehr schön!
Wir waren geschafft, einiges an Pipi hat es natürlich nicht rechtzeitig in den Garten geschafft und Mavi hatte bis dato kein Halsband oder gar Brustgeschirr getragen. Sie fand es jedes Mal also gar nicht so toll, wenn sie eines davon anziehen musste. Aber das Wetter war super und wir verbrachten viel Zeit im Garten und machten unzählige Fotos. Dabei ertappten wir uns immer wieder, diesem kleinen tapsigen Wesen einfach nur zuzusehen. Ein paar Meter Gassi sind wir auch gegangen und immer, wenn uns jemand gefragt hat, was das denn für ein süßer Hund sei, waren wir – zugegeben – stolz wie Bolle.
Für entspannte erste Spaziergänge mit Hund eignet sich auch der Sägersweiher in Schuttertal. Die kurzen Wege und die ruhige Umgebung sind ideal für kleine Pausen zwischendurch.
Der schönste Moment kam dann ganz unspektakulär: als sich Mia zu Mavi auf den Boden legte und die beiden gemeinsam ein Nickerchen hielten.

Und ist Mavi nun so, wie wir uns das vorgestellt haben?
Nach dem ersten Tag lässt sich so etwas ja nicht wirklich beantworten. Welpen haben ja, ähnlich wie Babys, diesen gewissen Bonus. Und wenn man verliebt ist, ist sowieso alles perfekt.
Was wir aber gemerkt haben: Mavi erkennt uns wieder, sucht unsere Nähe, beobachtet aufmerksam und bleibt gern bei uns. Das freut uns sehr. Und wir hoffen, dass es so bleibt. Kuscheln jedenfalls tun hier alle gern.
So sind wir Mavis Ankunft auch ein Stück weit in der neuen Umgebung angekommen. Nun sind wir komplett.
Wenn du Mavis erste Wochen begleiten möchtest, findest du im zweiten Mavi-Tagebuch weitere kleine Fortschritte, Alltagssituationen und gemeinsame Erlebnisse im Schwarzwald.