Hohkönigsburg (Haut-Koenigsbourg) im Elsass – Unser Besuch

Blick entlang der Burgmauer der Hohkönigsburg mit Aussicht über die Rheinebene im Elsass

Inhaltsverzeichnis

Einführung

Wir sind schon oft an der Haut-Koenigsbourg vorbeigefahren, als wir im Elsass unterwegs zu unseren Ausflügen nach Colmar, Ribeauvillé oder Eguisheim waren.
Man kann sie dann immer bereits von der Autobahn aus sehen – etwas höher gelegen und dennoch imposant, selbst auf die Entfernung.

Der Eindruck bleibt auch bestehen, wenn man die Autobahn verlässt und sich durch die eine oder andere kleine Ortschaft über eine kurvenreiche Straße auf den Weg in Richtung Burg macht.

Mit knapp 50.000 Google-Rezensionen gehört die im Deutschen genannte Hochkönigsburg zu der am meisten besuchten Burg im französischen Elsass.
Der Sommertag heute versprach viel Hitze und wir dachten, nachdem so Burgen ja noch etwas anders gebaut sind, bei einer Besichtigung dort vielleicht etwas angenehmere Temperaturen vorfinden zu können.

→ Mehr Ideen für Ausflüge im Schwarzwald und seiner Umgebung haben wir hier gesammelt.

Die Geschichte der Hochkönigsburg

Die Haut-Koenigsbourg blickt auf fast 900 Jahre Geschichte zurück. Zu Beginn des 12. Jahrhunderts erbaut, markierte sie einen wichtigen Dreh- und Angelpunkt der damaligen Handelsstraßen. Ihren Namen "Königsburg" bekam sie gegen Ende des 12. Jahrhunderts, der bis heute meist als "Hohkönigsburg" ausgesprochen wird.

Von den Habsburgern an das Haus Tierstein weitergegeben, hielt sie trotz Wiederaufbau und wehrtauglicher Aufrüstung den Plünderungen und Bränden in Folge des Dreißigjährigen Kriegs nicht stand.

Erst als das benachbarte Sélestat im Jahr 1865 Eigentümer der Burg wurde und die Hochkönigsburg dem deutschen Kaiser Wilhelm II. schenkte, wurde sie wieder aufgebaut und restauriert.
Später ging die Hochkönigsburg gemäß des Versailler Vertrags wieder in den Besitz Frankreichs über.

Um dem Wunsch des Kaisers Folge zu leisten und aus der Burg ein Museum statt einer Residenz zu machen, fertigte sein Architekt Bodo Ebhardt aufwändige archäologische Studien, Messungen sowie Fotografien an. Von 1900 bis 1908 besuchte er außerdem viele Burgen in Europa, um in seinem Restaurierungsplan möglichst viele reale und zeitgemäße Daten berücksichtigen zu können.

Die meisten Waffen und der Großteil des Mobiliars wurden erworben, Kopien oder Nachbauten gibt es hingegen nur wenige.

Rundgang durch die Hohkönigsburg

Die passähnliche Straße endet am Fuße der Burg. Kostenlose Parkplätze gibt es links und rechts von der Straße, welche nur als Einbahnstraße befahrbar ist.
Auch für Fahrräder und Motorräder gibt es Stellplätze. Kommt man gerade am Wochenende oder in den Ferien ausreichend früh, wird es auch nicht allzu eng. Ausweichmöglichkeiten gibt es an der Straße auf der Rückseite der Burg. Hier finden auch Busse Platz.

Vom Parkplatz zur Burg

Bevor man sich aufs eigentliche Burggelände begibt, hat man die Möglichkeit, sich an einem Kiosk mit kleinen Snacks, Eiscreme oder kleinen Souvenirs einzudecken. Mit einem Cappuccino oder einer Cola kann man so den Blick bis zum Kaiserstuhl oder sogar den Schweizer Alpen genießen – mehr als gut möglich bei den 757 Metern.

Burghof und Zugbrücke

Durch das imposante Eingangstor gelangt man in den inneren Bereich der Hochkönigsburg.
Hier findet man den Kassenbereich mit den Toiletten, eine Bibliothek sowie einen kleinen Shop und natürlich den Durchgang zum Burghof und allen Räumlichkeiten.

Innenhof der Hohkönigsburg mit historischen Fachwerk- und Sandsteingebäuden

Als Erstes überquert man eine Zugbrücke – der einzige Weg hinein und von beiden Seiten aus gut gegen Eindringlinge abgesichert.
Viel Platz gibt es hier nicht und das Holz der Zugbrücke wirkt schwer und massiv. Nein, Eindringling wollte man hier wirklich keiner sein.

Wohnräume und Säle

Man befindet sich nun im Wirtschaftshof.

Historischer Holzerker und mittelalterliche Architektur in der Hohkönigsburg

Neben einem Brunnen (der zwar nur eine Kopie ist) befinden sich hier die Küchenräume mit Kaminen und Möglichkeit zur Lebensmittelaufbewahrung.

Historische Burgküche mit offenem Herd in der Hohkönigsburg

Hier hat uns vor allem das 8500 Liter fassende Holzfass beeindruckt, welches 1670 ein Geschenk eines Fassbauers der Stadt Lahr war. Es ist damit das zweitälteste Weinfass der Welt, welches neben dem im historischen Spital in Straßburg somit ebenfalls im Elsass steht.

Über die schmale Wendeltreppe eines turmförmigen Aufgangs gelangt man in die oberen Stockwerke und damit in die Wohnräume. Die Holzgalerien an den Seiten weisen schöne Wandmalereien auf und auch sie dienten zur Abwehr vor Eindringlingen.

Verzierte Holzbalken und mittelalterliche Deckenkonstruktion in der Hohkönigsburg

Wie erhofft war es in den Innenräumen angenehm warm bzw. kühl. Im Winter sorgten hier Kachelöfen in jedem Raum für genügend Wärme. Diese waren unterschiedlich groß, aber mit den farbigen Kacheln für uns jedes Mal schön anzusehen.

Reich verzierte historische Holzschnitzereien in der Hohkönigsburg

Neben einigen typischen Zimmern mit Sitzbänken, Betten, Öfen und Kaminen war vor allem der Festsaal beeindruckend.
Kronleuchter, aufwändige Malereien oben und an den Seitenwänden sowie Ritterrüstungen schmücken diesen Raum. Dieser erhielt seine Optik auf Wunsch des Kaisers. Eine große Tafel in der Mitte des Raumes, verschiedene Wappen, Fresken und Geweihe an den Wänden, hohe Decken und etwas Prunk – so sollte die Nachwelt laut Kaiser Wilhelm einen Eindruck vom Mittelalter bekommen.

Historischer Saal mit Kronleuchter und Wandmalereien auf der Hohkönigsburg

Waffen, Rüstungen und Burghof

Über eine weitere Wendeltreppe gelangt man zu den weiteren Wohnräumen im ersten Stock sowie dem Waffensaal.
Schwere Rüstungen, Schwerter von unterschiedlicher Größe, Speere und Armbrüste wurden hierfür erstanden, um ein möglichst genaues Bild der Waffenentwicklung zur Zeit des Dreißigjährigen Kriegs zu präsentieren.

Rittersaal der Hohkönigsburg mit Holztäfelung und historischen Möbeln

Im weiteren Verlauf bekommen Kinder (und auch Erwachsene) die Chance, in Ritterhandschuhe oder einen Ritterhelm zu schlüpfen sowie Schwerter in die Hand zu nehmen. Nichts Besonderes mag man meinen, aber trotzdem ein nettes Feature.

Besucheraufzug für barrierearmen Zugang auf der Hohkönigsburg

Bevor es in die Wehrtürme geht, gelangt man über eine weitere Zugbrücke in den Hofgarten.
Hier kann man sich auf einigen Bänken eine kurze Pause gönnen – ein Picknick mit Essen und Trinken ist hier allerdings nicht gestattet.

Historische Zugbrücke der Hohkönigsburg im Elsass

Kanonen und Aussicht

Eine letzte Zugbrücke führt zum Südturm, von dem aus man eine wunderschöne Aussicht über die Vogesen hat und anschließend zum Nordturm.

Ausblick von der Hohkönigsburg über die Rheinebene und die Vogesen

Hier gibt es viele große und kleine Kanonen zu bewundern, einige davon mit hübsch verzierten Schäften.

Historische Kanone auf der Hohkönigsburg

Die größte Kanone, die man dort vorfindet, hat Ausmaße, dass man sich fragen muss, wieviel Mann da wohl nötig waren, um sie überhaupt in Position zu bringen – und wie laut dann erst der Knall beim Abfeuern gewesen sein muss.

Mittelalterliches Geschütz im Inneren der Hohkönigsburg

Über einen weiteren Hof mit etwas Grün und einigen Sitzbänken entlang der Burgmauer gelangt man durch ein letztes Tor zurück in den Innenhof, in dem sich Kassen, Toiletten und die beiden Shops befinden.

Unsere Highlights auf der Hohkönigsburg

Das riesige Weinfass in der Küche und generell die Detailverliebtheit. Ob bunte Fenster, Wappen aus Farbe oder Stein, filigran bis ins kleinste Detail, die Kacheln der Kachelöfen und original Funde, welche an verschiedenen Stellen während des Rundgangs in Schaukästen ausgestellt waren.

Historisches Wappenfenster mit farbigem Glas in der Hohkönigsburg

Was uns besonders überrascht hat

Tatsächlich wirkt die Hohkönigsburg von außen viel größer, als es einem dann innen während des Rundgangs wirklich vorkommt.
Trotzdem hat man zu keinem Moment das Gefühl auf, als sei hier etwas künstlich geschaffen worden, um irgendeinen bestimmten Eindruck oder eine gewünschte Stimmung zu schaffen. Es fühlt sich die ganze Zeit nach einem echtem Erlebnis an.
Selbst der eher prunkvoll gestaltete Festsaal sticht nicht zu sehr hervor und fügt sich deshalb harmonisch ins Gesamtbild ein.

Unser Familienmoment

Bevor es wieder durch die Einlasskontrolle nach draußen geht, unbedingt links in den Kräuter- und Gemüsegarten abbiegen.
Hier wächst und wuchert es üppig im Sommer und es duftet nach Salbei, Minze oder Rose.
Und hier auf den Sitzbänken hat man nun endlich auch die Gelegenheit, etwas zu trinken oder sich mit seiner Brotzeit zu stärken – zumindest haben wir das so gemacht und das war wirklich entspannend.

Gut zu wissen für einen Tag auf der Hohkönigsburg

Für einen solch heißen Sommertag war der Besuch perfekt. Es war weder zu voll, noch unangenehm heiß in den Räumen der Burg.
Im Winter, bei kalten Temperaturen, ist das vermutlich etwas anders.

Es gibt verschiedene Tarife, auch einen für Familien. An einer geführten Tour kann man sich für 2 € anschließen, einen Audioguide in der gewünschten Sprache gibt es ebenfalls für 2 € – dabei gibt es eine Version für Kinder und eine für Erwachsene. Wir hatten die für Kinder und finden, für den geringen Betrag ist nichts kaputt.
Im Kassenbereich gibt es auch Broschüren aus Papier mit den wichtigsten Infos und in der Burg selbst finden sich immer wieder Tafeln, auf denen entsprechend Informationen vermerkt sind.

Informationstafel zur Geschichte der Hohkönigsburg für Besucher

Die Toiletten sind sauber, einen Wickelraum gibt es auch. Außerdem gibt es vor den Kassen einen Bereich mit Spinten und Platz, um die Kinderwagen abzustellen – mit in die Burg nehmen kann man diese nämlich nicht.

Historischer Durchgang im Inneren der Hohkönigsburg im Elsass

Auch sollte man nicht außer Acht lassen, dass es stellenweise eng werden kann und es viele Treppenstufen nach oben und unten gibt.

Es gibt zwei Shops im Innenhof: einen kleinen Souvenirladen und einen Büchershop (die Bücher bis auf wenige Ausnahmen natürlich in französischer Sprache). Beide Shops sind auch ohne Eintrittskarte zugänglich.

Fotografieren ohne Stativ ist überall gestattet.

Tipp für deinen Besuch

Die Burg lässt sich hervorragend mit einem Besuch in Ribeauvillé, Kaysersberg oder Colmar kombinieren.
Auch das Automuseum in Mulhouse oder eine Weinprobe entlang der Elsässer Weinstraße machen die Hohkönigsburg zu einem idealen Ziel für einen Tagesausflug.

Wir waren an dem Nachmittag in Kintzheim noch etwas essen – da wir hier, wie die meisten, sowieso durchgefahren sind. Unsere Google-Rezension zur Auberge Saint-Martin könnt ihr hier nachlesen.

Im Kassenbereich werden auf einem LED-Bildschirm außerdem Veranstaltungen angezeigt, welche in der Hohkönigsburg stattfinden. Das können Lesungen, Feste oder Events sein.

Ihr könnt die Hohkönigsburg außerdem mit einer Wanderung oder, wer fit genug ist, einer Radtour verbinden.

Praktische Infos

  • Adresse: D159, 67600 Orschwiller, Frankreich
  • Website: https://www.haut-koenigsbourg.fr/de/
  • Öffnungszeiten: Im Sommer täglich 9–19 Uhr, im Herbst und Winter gelten abweichende Öffnungszeiten
  • Eintrittspreise: Erwachsene 12 €, Kinder ab 6 Jahren 8 €, Familienkarten 30 €
  • Kartenzahlung: Ja, in den Shops und für den Eintritt
  • Parkmöglichkeiten: Kostenlose Parkplätze für Auto, Motorrad und Fahrrad rings um die Burg. Wohnmobile können nicht oben parken.
  • Barrierefreiheit: Nur das Außengelände, Toiletten und der Kassenbereich. Der Rundgang ist nicht barrierefrei
  • Hunde: Hunde sind nicht gestattet

FAQ

Lohnt sich die Hohkönigsburg?

Ja, die Hohkönigsburg zählt zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten im Elsass. Die Kombination aus vollständig begehbaren Innenräumen, historischen Ausstellungen, Wehrgängen und der Aussicht über die Rheinebene macht den Besuch sowohl für Erwachsene als auch für Familien lohnenswert.

Wie lange sollte man für den Besuch einplanen?

Für den Rundgang solltest du etwa 2 Stunden einplanen. Wer viel fotografieren, den Audioguide bis zum Ende hören oder im Burgrestaurant einkehren möchte, wird etwas mehr Zeit benötigen.

Muss man Tickets vorab online kaufen?

An Wochenenden, in den Ferien und während der Hauptsaison empfiehlt sich der Online-Kauf der Eintrittskarten. So lassen sich Wartezeiten an der Kasse vermeiden. Außerhalb der Hauptreisezeiten genügt der Ticketkauf vor Ort.

Kann man in der Burg essen oder trinken?

Nur an ausgewiesenen Stellen, nicht in den Innenräumen oder dem Burghof. Auf dem Außengelände der Burg gibt es ein Restaurant sowie einen Imbiss mit kleinen Speisen, Getränken und regionalen Spezialitäten.
Alternativ und in besserer Qualität passend zum Preis findest du in den umliegenden Orten wie Ribeauvillé oder Kaysersberg mit zahlreichen, gut bewerteten Restaurants und Cafés.

Wann ist die beste Zeit für einen Besuch der Hohkönigsburg?

Besonders angenehm ist ein Besuch am frühen Vormittag oder außerhalb der französischen Schulferien. Im Frühling und Herbst ist das Besucheraufkommen meist geringer und die Aussicht auf die Vogesen, die Rheinebene und den Schwarzwald oft besonders klar.

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