Mavi Tagebuch Vol. 3 – Welpenschule & Hundetrainerin

Illustration eines jungen Hundes sitzt aufmerksam vor einer Person beim Training

Der erste Termin in der Hundeschule

Nach den ersten Wochen Kennenlernen wollten wir uns in einer Hundeschule anmelden. Zum einen ist es ja schön, dass es im Gegensatz zum Elternwerden für Hund und Halter wirklich Anlaufstellen gibt, bei all den Fragen, die man da zu Beginn hat. Zum anderen hat man im Familien- und Bekanntenkreis schon zu oft mitbekommen, wie das so mit Hunden (und natürlich ihren Frauchen und Herrchen) läuft, die noch nie eine Hundeschule besucht haben.

Was in den ersten Tagen davor passiert ist, erzählen wir in Mavi-Tagebuch Vol. 2.

Wir wollten ja einen Hund, der ein fester Teil der Familie ist und mit dem wir zusammen als Familie auch ganz viel erleben können. Dazu mussten wir Mavi und/oder generelles Hundeverhalten nicht nur noch verstehen lernen, sondern wollten natürlich auch keine Fehler machen, die uns am Ende jahrelang nachhängen würden.

Also Google an, Hundetrainerin kontaktiert und zeitnah einen Termin ausgemacht.

Diese besuchte uns dann zuhause. Beim Klingeln an der Tür hatten wir dann auch gleich die Gelegenheit zu testen, ob es Früchte getragen hatte, Mavi zu vermitteln, dass A: jeder Besuch willkommen ist und B: dieser zuerst uns begrüßt und dann sie.
Und das hat auch gar nicht so schlecht funktioniert – natürlich auch, weil ein Hundetrainer weiß, wie er sich verhalten muss.

Bei einem Kaffee haben wir der Trainerin dann geschildert, was wir uns von Mavi wünschen und was nicht. Dazu haben wir sämtliche Fragen rausgehauen, die wir zu dem Zeitpunkt bereits hatten. Die hat sich dann auch wirklich Zeit genommen und versucht auf alles einzugehen, was uns so auf dem Herzen lag.

Mavi hat die Szene genau beobachtet und erst einmal eher mehr als weniger Abstand gehalten. Geheuer war ihr diese fremde Person zu Beginn nämlich nicht.

Wir haben ausgemacht, zum Welpentraining vorbeizukommen und bis dahin einen Trainingsplan für uns aufgestellt.

Was wir uns von der Hundetrainerin wünschten

Und wo wir mit unseren "Wünschen" schon deutlich weiter in der Zukunft waren:

  • Freilauf, ohne auszubüxen oder zu jagen
  • den Garten bewachen, ihn aber nicht eigenständig verlassen (da kein Zaun)
  • uns verteidigen, wenn angebracht, ansonsten freundlich sein
  • gemeinsame Ausflüge entspannt mitmachen
  • mal alleine bleiben – im Auto, vor dem Supermarkt und vor allem zu Hause.
Junger Hund liegt entspannt in einem Hundebett im Wohnzimmer

Da hingegen waren die ersten Ratschläge der Hundetrainerin eher simpel bzw. für Hundeerstbesitzer wie uns nicht ganz so selbsterklärend. Wir wollten ja, dass sie den Garten bewacht oder beim Gassi gehen immer schön bei uns bleibt. Und nicht so etwas wie:

  • Mavi soll zu allererst auf ihren Namen hören, immer mit Blickkontakt
  • Lernen, Bindung aufzubauen, aber auch Raum lassen
  • Ruhe
  • Impulskontrolle
  • Frustrationstraining.

Und gerade die letzten beiden Punkte sollten uns vor allem in den kommenden Monaten, wenn Mavi in der Pubertät ankommen würde, noch viel beschäftigen…

Zum Abschluss haben wir zusammen ein paar Übungen gemacht, die das Wissen um den eigenen Namen und damit auch die Bindung zu uns stärken sollten.
Weil es hierzu jede Menge Leckerlis gab, ist Mavi dann auch vollends aufgetaut und hat ihre Scheu vor dieser neuen Person abgelegt.

Name, Blickkontakt und Ruhe üben

Bis zur ersten Welpenstunde hieß es dann also für jeden von uns: fleißig üben – Namen rufen, Blickkontakt, Kooperation einfordern.

Die wichtigste Erkenntnis an diesem Nachmittag (und den darauffolgenden Wochen) war dann aber tatsächlich, wie wichtig es ist, dem Hund beizubringen, Ruhe zu halten.
Für Australian Shepherds, von denen mindestens 50 % in Mavi stecken, ist das vermutlich eines der wichtigsten Kommandos überhaupt. Denn diese Hunde ruhen von sich aus sonst nicht einfach so – wenn sie nicht gelernt haben, dass sie das dürfen und auch sollen.
Diese Tatsache in Verbindung mit ihrer Cleverness und dem Willen, selbst zu entscheiden, hat diese Übung jeden Tag aufs Neue zu einer kleinen Herausforderung gemacht.
Manches Mal sind wir zehnmal vom Esstisch aufgestanden, um Mavi mit dem passenden Kommando zurück auf ihren Platz zu schicken. Oder auch nur Teile von ihr, wie die Pfote oder zwei oder ihren Kopf. Denn nur wenn der ganze Hund auf seinem Platz liegt, zählt das auch als erfülltes Kommando. Ansonsten Punkt für den Hund.

Junger Hund sitzt aufmerksam auf einem Waldweg und blickt in die Kamera

Unsere erste Welpenstunde

Oder dass es eben nicht selbstverständlich ist, dass ein Hund auf seinen Namen hört. Auch der Hund muss ja erst lernen, dass dieser Name seiner ist. Erlebt haben wir das zum ersten Mal, als wir mit Mavi in der Hundeschule waren – zu unserer Freude war dieser Hund aber nicht Mavi.
Aber damit will ich uns jetzt nicht auf die Schulter klopfen. Es war gut, das so zu sehen und eventuelle, kleine Erfolge bis dahin nicht als selbstverständlich anzunehmen.

Der bunte Haufen Welpen hatte etwas von einer Krabbelgruppe voller 3-Jähriger: leicht chaotisch, durchaus wild, aber dennoch ein geordnetes Durcheinander – und keiner hat geweint.
Es war schön zu sehen, wie viel Spaß Mavi mit den anderen Hunden hatte und uns ist auch nochmal klar geworden, wie wichtig es ist, dass Hunde Kontakt zu anderen Hunden haben. Was jetzt noch wie ein vergnügtes Spielen aussieht, hilft uns in Zukunft draußen hoffentlich dabei, viele entspannte Hundebegegnungen zu haben.

→ Lust auf weitere Geschichten und Erfahrungen zum Thema Hund? Dann kannst du auf unserer Mavi-Seite noch mehr dazu lesen.

Auch die Sache mit dem ‚Punkt für den Hund‘ ist uns in den Stunden in der Welpenschule immer wieder verdeutlicht worden. Der Fehler und die Inkonsequenz liegen eigentlich immer vor allem an uns Menschen, weniger am Hund. Auch weil jede unklare Aussage oder nicht eingehaltene Ansage von uns den Hund einfach nur verwirrt. Das führt dann zu dem Ergebnis, dass der Hund gar nicht anders kann als dann das zu machen was er nicht soll und der Mensch daraufhin natürlich enttäuscht ist.

Was wir daraus mitgenommen haben

Unser Aha-Moment war jedoch das besagte Ruhe halten. Bei uns heißt das Kommando übrigens Pause.
Nach einigem Zögern haben wir uns dann auch für eine Box entschieden, wie es die Trainerin empfohlen hatte und diese zu Mavis Rückzugsort gemacht. Inzwischen geht sie dort von ganz alleine rein, auch ohne, dass wir etwas zu ihr sagen müssen. So wissen alle, dass Mavi jetzt ihre Ruhe möchte. Sie schläft dann und kann wirklich abschalten.
Ansonsten bringt sie unser ‚Pause‘ inzwischen jederzeit runter und das ist im Alltag, unter ganz normalen Umständen, wirklich viel wert.

Wie wir die Box heute als offenen Rückzugsort nutzen und das Alleinbleiben aufgebaut haben, erklären wir ausführlicher in Hund allein lassen: Dauer, Training und unsere Erfahrungen.

Aber es wäre ja zu einfach, mit diesem einen Erfolgserlebnis bereits DEN fertigen Hund zu haben.

Wie eingangs erwähnt würden wir nämlich noch ausgiebig Spaß an dieser Impuls- und Frustrationsgeschichte haben.

Danach ging es bei Mavi mit Zahnwechsel und erster Läufigkeit weiter.

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