Die Idee hinter dem Rezept
Fluffig, aromatisch und voller Frühling – dieses Bärlauch-Fladenbrot bringt den Schwarzwald direkt auf den Teller.
Die Kombination aus frischem Bärlauch, leichter Creme und noch warmem, selbst gebackenem Brot überzeugt trotz der einfachen Zubereitung in Optik und Geschmack.
Das Tolle an unserem Bärlauch-Fladenbrot ist, dass die paar frischen, benötigten Zutaten im Frühling fast überall erhältlich sind.
Leicht, grün und frisch.
Wissenswertes zum Rezept
Besonders in der regionalen Küche wird Bärlauch häufig für Pesto, Brot oder Suppen verwendet.
Bärlauch gehört zu den ersten Pflanzen, die im Frühling im Schwarzwald wachsen. In schattigen Wäldern bildet er oft ganze Teppiche und ist schon von Weitem durch seinen typischen knoblauchähnlichen Duft erkennbar.
Beim Sammeln sollte man ihn auf jeden Fall nicht mit dem giftigen Maiglöckchen verwechseln.
Um die Frische und auch die gesundheitsfördernden Eigenschaften voll auszukosten, verarbeitet man den Bärlauch entweder frisch oder verarbeitet ihn schonend zu einem Pesto.
In diesem Rezept wird der Bärlauch nicht nur als Topping verwendet, sondern direkt in den Teig eingearbeitet. Dadurch verteilt sich sein Aroma gleichmäßig im Brot und bleibt auch nach dem Backen präsent. Gleichzeitig sorgt die Verarbeitung mit Öl dafür, dass die grüne Farbe erhalten bleibt.
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Neben seinem nussig-scharfen Geschmack wird Bärlauch auch wegen seiner wertvollen Inhaltsstoffe geschätzt.
Er enthält viel Vitamin C, sekundäre Pflanzenstoffe und ätherische Öle, die ihm seine typische Schärfe verleihen. Im Gegensatz zu Knoblauch verursacht Bärlauch keinen störenden Mundgeruch. Traditionell wird ihm eine unterstützende Wirkung für Stoffwechsel und Immunsystem nachgesagt, er wirkt verdauungsfördernd sowie antibakteriell.
Postelein Salat habe ich auch zum ersten Mal bei einer Bestellung bei unserem Bauern entdeckt, probiert und alle waren sofort begeistert. Geschmacklich erinnert er ein wenig an Feldsalat, aber deutlich leichter. Auch er enthält viel Vitamin C und soll entzündungshemmende Eigenschaften besitzen. Positiv ist auch sein niedriger Nitratgehalt. Es gibt ihn nur bis Mai, weshalb er sich optimal mit dem saisonalen Bärlauch kombinieren lässt.
Schwarzer Rettich wird gerne zur Herstellung von Hustensaft verwendet. Seine gesundheitsfördernden Eigenschaften und sein Geschmack gleichen dem des normalen Rettichs. Als weiteres Wintergemüse rundet er dieses Trio perfekt ab und überzeugt vor allem optisch.
Zutaten für 6 Fladenbrote
Für den Teig
Der perfekte Bärlauch-Teig sollte leicht und fluffig sein. Die beste Erfahrung haben wir hier durch die Zugabe von Joghurt gemacht – ähnlich wie bei indischem Naan-Brot.
Wer die Säure des Joghurts nicht mag, sollte die Variante mit 10 % nehmen.
- 10 g frische Hefe oder 1 Päckchen Trockenhefe
- 130 ml lauwarmes Wasser
- 1 TL Zucker
- 330 g Mehl (Typ 550 oder 400)
- 1 EL Olivenöl
- 50 g Naturjoghurt 3,5 %
- Bärlauch-Komponente: 1 Handvoll Bärlauch (10 Stk.), 3 EL Olivenöl → fein püriert
- 1 TL Bärlauch, fein gehackt
- ½ TL Salz

Für die Creme
Die Creme sorgt für eine perfekte Balance aus Frische und Cremigkeit. Sie soll auf dem warmen Brot stabil bleiben und dabei nicht zu schwer sein. Zitrone und Säure bleiben dezent, denn wir wollen ja den Bärlauch in Brot und Creme im Vordergrund.
- 150 g Frischkäse
- 2 EL Joghurt oder Schmand
- 1 TL Zitronenabrieb
- 1 TL fein gehackter Bärlauch
- Salz, Pfeffer
- Optional: 1 TL Honig (für Balance)
Für das Topping
Wer genug frischen Bärlauch hat, kann diesen statt Pesto nehmen. Wir machen Pesto selbst oder kaufen es in Bio-Qualität in den Hofläden vor Ort. Im Frühling findet man es aber auch in Feinkost- und Bioläden oder in gut sortierten Supermärkten.
Für den perfekten Schwarzwaldgeschmack haben wir Heumilch-Mozzarella verwendet.
- 1 Kugel Heumilch-Mozzarella
- 1 Handvoll Postelein
- ½ schwarzer Rettich
- 2 EL Bärlauchpesto
- Olivenöl
Wenn du regionale Küche mit frischen Zutaten magst, könnte auch die "Marktscheune Berghaupten" interessant für dich sein. Dort findest du viele Produkte und Eindrücke aus dem Schwarzwald.
Zutaten-Alternativen
Manchmal bekommt man nicht alle Zutaten, die in einem Rezept aufgelistet sind – egal, ob es sich dabei um Rezepte aus einem klassischen Kochbuch oder welche aus dem Internet handelt.
Und genau in diesem Fall wollen wir hiermit Abhilfe schaffen und euch die passenden Alternativen zu den angegebenen Zutaten nicht vorenthalten.
- Schwarzer Rettich: weißer Rettich oder auch frische Radieschen
- Heumilch-Mozzarella: Normaler Mozzarella geht natürlich auch (Hauptsache Bio), aber auch Burrata passt sehr gut
- Frischkäse/Joghurt/Schmand: Das Mengenverhältnis kann den persönlichen Vorlieben angepasst werden. Auch Crème fraîche, Mascarpone und vegane Alternativen sind hier möglich. Die von uns angegebene Kombination hat uns aber in Ausgewogenheit und Leichtigkeit am meisten überzeugt.
Utensilien
Hier findest du ein paar Empfehlungen zu Produkten, die wir so auch in unserer Küche verwenden.
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- Rührschüssel mit zweigeteiltem Deckel und Ausgießer
- Stabmixer ersetzt, wenn gut ausgestattet, den Handmixer als zweites Gerät
- Gusspfanne – belohnt einen bei diesem Rezept mit extra fluffigem Brot und ist schnell wieder gereinigt
- Silikonspatel meine erste Wahl für das Mischen der Zutaten bei einem Teig – danach wird von Hand geknetet
Tipps für die Zubereitung
- 1 Bund Bärlauch reicht euch für das Rezept mit 6 Fladenbroten
- Mehr Grün, aber natürlich und neutral im Geschmack: ½ TL Spinat- oder Gerstengraspulver in den Teig geben
- Zu dicke Brote: benötigen lange Backzeit, der Bärlauch wird dann braun. Am besten Pfanne statt Ofen benutzen. Dauert minimal länger, die Fladen werden aber deutlich besser.
Zubereitung (Step-by-step)
1. Bärlauch-Komponente vorbereiten
Den Bärlauch waschen, trocken tupfen und mit Olivenöl fein pürieren. Einen TL Bärlauch hacken.
👉 Tipp: Das Öl schützt die Farbpigmente während des Backvorgangs und je feiner die Paste, desto gleichmäßiger wird die Farbe im Teig.

2. Teig herstellen
Hefe mit Wasser und Zucker vermengen, kurz ruhen lassen.
Das Mehl, Olivenöl, Joghurt, Olivenöl, die beiden Bärlauch-Komponenten sowie Salz hinzugeben. Mit einem Silikonspatel mischen und sobald der Widerstand zu groß wird, von Hand für ca. 10 Minuten zu einem geschmeidigen Teig kneten.
👉 Tipp: Der Teig ist fertig geknetet, wenn er nicht mehr klebt und sich angenehm weich anfühlt.
3. Gehen lassen
Eine Teigkugel formen. Den Teig mit 1 EL Olivenöl zurück in die Rührschüssel (weniger Abwasch) geben und abgedeckt für 90 Minuten ruhen lassen.

4. Fladen formen
Den aufgegangenen Teig zu gleich großen Kugeln formen. Auf einer bemehlten Arbeitsplatte unter einem Tuch nochmal für 10 Minuten ruhen lassen.
Die Teiglinge vorsichtig plattdrücken und mit den Fingern Mulden eindrücken. Den Teigling dabei drehen und wenden bis daraus am Schluss ein max. 1 cm dicker Fladen geworden ist. Ein Nudelholz ist dabei nicht nötig.
👉 Tipp: Ihr erkennt, dass der Teig optimal gereift ist, wenn ihr den Fladen zwischen zwei Finger nehmt und er durch die Schwerkraft langsam nach unten gezogen wird, ohne dabei zu reißen.

5. Creme vorbereiten
Den gewaschenen Bärlauch fein hacken und mit Joghurt sowie Frischkäse vermengen. Zitronenabrieb (hier eine Bio-Zitrone verwenden oder heiß abwaschen) dazugeben. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.


6. Topping vorbereiten
Den Rettich und Postelein waschen. Rettich in extra feine Scheiben schneiden. Den Mozzarella aus der Packung nehmen, leicht trocken tupfen und in mundgerechte Stücke zupfen.

7. Fladen backen
Hier empfehle ich euch, eine Pfanne statt des Backofens zu nehmen. Den Herd zum Aufheizen auf die mittelhohe Stufe stellen. Ist die Pfanne heiß, könnt ihr die Wärmezufuhr etwas verringern (vor allem bei einer Gusseisenpfanne).
Den Fladen ohne Öl in die heiße Pfanne geben und ca. 1 Minute backen. Sobald sich Blasen bilden und die untere Seite braun wird, könnt ihr das Brot wenden.

Bei dieser Methode bleibt das Fladenbrot schön weich und der gehackte Bärlauch grün. Die Ofenvariante wird deutlich knuspriger und weniger soft.

👉 Tipp: Wer den Backofen bevorzugt, sollte bei Ober-/Unterhitze den Backofen auf 220 °C vorheizen. Zum Backen sind dann 12–15 Minuten ausreichend.
Bedeckt die fertigen Fladenbrote danach mit einem frischen Küchentuch – so bleiben sie noch etwas warm.
8. Belegen
Die noch warmen Fladenbrote mit der Creme bestreichen und nach Belieben mit Postelein, Rettich und Mozzarella belegen.
Mit etwas Olivenöl und Bärlauch-Pesto garnieren, Salz und Pfeffer zum Abschmecken.

Schleckermäulchen-Tipp von Mia
„Ich mag es lieber etwas einfacher und keinen scharfen Rettich – purer Frischkäse als Creme und darauf Gurke schmecken mir immer."

Varianten und Ergänzungen
Dieses Fladenbrot lässt sich mit wenigen Handgriffen anpassen oder erweitern – je nachdem, worauf du gerade Lust hast. Die Basis bleibt dabei bewusst einfach, sodass sich einzelne Komponenten gut austauschen oder ergänzen lassen.
Varianten
Hier verändert sich das Grundrezept selbst.
- Mit Ziegenkäse statt Frischkäse
Gibt dem Fladen eine kräftigere, leicht würzige Note und passt besonders gut zum Bärlauch - Mit Vollkornmehl
Einen Teil des Mehls (ca. 30–50 %) durch Vollkornmehl ersetzen – sorgt für mehr Biss und einen leicht nussigen Geschmack - Mit Sauerteig statt Hefe
Für eine aromatischere, leicht säuerliche Variante – benötigt etwas mehr Zeit, lohnt sich aber geschmacklich - Vegan umsetzen
Eine weiße Bohnen-Creme statt der Joghurt-Schmand-Kombination. Dazu eine Dose gekochte Bohnen mit 1 EL Olivenöl, 1 TL Zitronensaft, ½ Knoblauchzehe, Salz, Pfeffer pürieren und abschmecken.
Mehr Schwarzwald-inspirierte Rezeptideen findest du auch bei unseren grünen Tteok im Schwarzwald-Stil. Dort treffen koreanische Reiskuchen auf regionale Zutaten und neue Kombinationen.
Ergänzungen
Hier bleibt das Rezept gleich, wird aber um passende Zutaten erweitert.
- Geröstete Pinienkerne oder Walnüsse
Bringen zusätzlichen Crunch und passen hervorragend zur weichen Struktur des Brotes - Honig als Finish
Eine dezente Süße sorgt für einen spannenden Kontrast zu den herzhaften Zutaten - Chiliöl
Für eine leichte Schärfe, die gut mit dem Bärlauch harmoniert
FAQ
Warum wird Bärlauch beim Backen braun?
Bärlauch verliert beim Backen seine grüne Farbe, wenn er zu stark erhitzt oder direkt in den Teig eingearbeitet wird, ohne vorher verarbeitet zu werden. Die enthaltenen Farbstoffe (Chlorophyll) reagieren empfindlich auf Hitze und Säure.
In diesem Rezept wird der Bärlauch deshalb mit Öl zu einer feinen Paste verarbeitet. Das schützt die Farbe und sorgt dafür, dass das Brot auch nach dem Backen noch eine frische, grüne Optik behält.
Kann ich den Teig vorbereiten?
Ja, der Teig lässt sich gut vorbereiten. Du kannst ihn nach dem Kneten abgedeckt im Kühlschrank lagern und am nächsten Tag weiterverarbeiten.
Durch die längere Gehzeit entwickelt der Teig sogar noch mehr Aroma. Wichtig ist nur, ihn vor dem Backen wieder auf Zimmertemperatur kommen zu lassen.
Kann ich das Fladenbrot einfrieren?
Ja, das fertige Fladenbrot lässt sich einfrieren. Dazu am besten luftdicht verpacken.
Zum Aufbacken einfach direkt aus dem Gefrierfach in den Ofen geben. Das Brot wird dann außen schön knusprig. Was die Fluffigkeit betrifft, die ist im frischen Zustand doch am besten.